Werner Küspert
Photo: Renate Weingärtner, aufgenommen im Central-Kino Würzburg
Studium u.a. bei Harry Pepl und John Abercrombie. Werner Küspert ist Mitglied zahlreicher Ensembles und nahm an Tourneen im In- und Ausland teil. Theater-, Studio- und Konzertauftritte gehören ebenso zu seinem Tätigkeitsfeld wie das Unterrichten. Er leitet Projekte für Film- und Fernsehproduktionen und verfasst Live-Programme wie z.B. »Lyrik und Jazz«. Besonders profilierte er sich mit der konzertanten Ensemblebegleitung von Stummfilmen. Gründer und langjähriger künstlerischer Leiter des Jazzfestivals Würzburg. Nach langjähriger Theaterarbeit  meldete sich Werner Küspert 2016 mit seinen aktuellen Stummfilm-Projekten wieder zurück in der Jazz-Szene. Sein Ensemble „Küspert & Kollegen“ hat sich in kürzester Zeit einen bedeutenden Ruf in der Jazz- und Film-Szene erspielt und ist mittlerweile weltweit unterwegs.
“...Werner Küspert zu seiner Methode, die Musik zu einem Film zu entwickeln: Im Jazz ist es ja ganz besonders wichtig, nicht nur einen eigenen Stil, sondern eine eigene improvisatorische Sprache zu entwickeln. Ich glaube, dass alle meine Musiker einen eigenen, unverkennbaren Stil gefunden haben, für den bei unseren Stummfilm-Projekten sehr viel Raum ist. Ich habe nicht nur komplette Stücke geschrieben, sondern auch relativ komplexe Strukturen geschaffen, innerhalb derer sich die Musiker improvisatorisch bewegen und vor allem in Interaktion zueinander treten und zudem auf die Bilder reagieren bzw. Bild- und Filmsequenzen musikalisch vorbereiten. Unser Verfahren, dem Film einen Ton zu geben, ist recht komplex und nebenbei ganz schön anstrengend, auch physisch. Die traditionelle Stummfilmbegleitung war in der Frühzeit des Kinos für die Musiker relativ unkompliziert: die Pianisten hatten ein freies Repertoire, da wurde nach Herzenslust drauf los gespielt. Für Ensembles war die Sache schon etwas komplexer, aber immer noch überschaubar: fertige Partitur, der Dirigent muss zwar auf den Film reagieren – letztlich die gleiche Situation wie bei der Oper, im Ergebnis mit ebenso geringen Risiken und ebenso vorhersehbar, da ja vorwiegend vorgefertigt. Bei uns läuft das so, dass wir ein komplettes Film-Manuskript haben (ich habe quasi nachträglich ein Drehbuch geschrieben mit Time-Code), in dem die Kompositionen und improvisatorischen Strukturen notiert sind. Es müssen also alle Musiker sowohl das Manuskript verfolgen, den Film natürlich, auf mein Dirigat achten und immer musikalisch im Blick haben, was die Kollegen gerade ad hoc komponieren (also improvisieren). Nach ca. dreißig verschiedenen „StummFilmLiveJazz“-Projekten (in sehr unterschiedlichen Besetzungen) glaube ich, ein Verfahren gefunden zu haben, das für die Musiker genügend Freiraum lässt, aber dennoch so klare Strukturen schafft, dass auch komplexere Kompositionen Platz haben. Das ist oft ganz schön kompliziert und verlangt uns Musikern so viel an höchster Konzentration ab, wie ich es sonst eigentlich in keiner anderen Bühnen-Situation erlebe. Der Begriff „zeitgenössischer Jazz“ ist leider nur sehr vage, aber mit engeren Definitionen kann ich leider nicht dienen. Vorbilder habe ich eigentlich keine; es gibt natürlich sehr, sehr viele Musiker und Komponisten, die mich beeindrucken und zu denen ich ehrfurchtsvoll aufschaue, aber ich hatte nie das Bestreben, so zu klingen wie einer der großen Meister...” (Interview-Auszug)
www.wernerkuespert.de
Werner Küspert
Studium u.a. bei Harry Pepl und John Abercrombie. Werner Küspert ist Mitglied zahlreicher Ensembles und nahm an Tourneen im In- und Ausland teil. Theater-, Studio- und Konzertauftritte gehören ebenso zu seinem Tätigkeitsfeld wie das Unterrichten. Er leitet Projekte für Film- und Fernsehproduktionen und verfasst Live-Programme wie z.B. »Lyrik und Jazz«. Besonders profilierte er sich mit der konzertanten Ensemblebegleitung von Stummfilmen. Gründer und langjähriger künstlerischer Leiter des Jazzfestivals Würzburg. Nach langjähriger Theaterarbeit  meldete sich Werner Küspert 2016 mit seinen aktuellen Stummfilm-Projekten wieder zurück in der Jazz- Szene. Sein Ensemble „Küspert & Kollegen“ hat sich in kürzester Zeit einen bedeutenden Ruf in der Jazz- und Film-Szene erspielt und ist mittlerweile weltweit unterwegs.